Leseprobe zu
Heft 186
 
Natur und Landschaft
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Collage mit Bildern: Andrang bei der Einweihung, Einstieg in die Gondel in der Talstation, Skilift am Kircherlhang

Reischl berichtet von enormen Holzarbeiten und einer Materialseilbahn, die links von der eigentlichen Seiltrasse entstand: „Mit ihr wurden Kies und Zement für den Bau von Fundamenten auf den Berg befördert. Aber trotz Materialseilbahn mussten wir auch viel Material mit Fuhrwerken hinaufbringen, über den Winterweg bis zum Wallbergmoos. Von da ging es dann weiter mit Mulis über das Wallberghaus bis zur Baustelle der Bergstation.“

Die Bauarbeiten sollten laut Ausschreibung „unter größtmöglicher Beteiligung einheimischer Bau- und Handwerksbetriebe“ durchgeführt werden. Das sollte sich auch deshalb als Vorteil erweisen, weil im Winter 1950 sehr früh starker Schneefall einsetzte. Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges kämpften die Arbeiter zum Teil noch in alten Uniformmänteln und Anoraks mit den Naturgewalten am Berg. Aber ihr Durchhalten führte zu einem Rekord. Nach nur sage und schreibe neun Monaten fuhr am 20. April 1951 termingerecht die erste, mit Girlanden geschmückte Gondel aus der Talstation. „Es war ein Festtag für das ganze Tal“, notierte Ortschronist Hans Sollacher.

Nur wenige Wochen nach Einweihung der Bahn wurde neben der Bergstation ein Gasthaus errichtet, das im Innenbereich und auf der Terrasse jeweils 200 Menschen Platz bot. Da mit der Bahn auch ein Skiboom einsetzte, entstanden im Fol- gejahr Sessellifte am Kircherlhang und am Setzberg sowie ein Schlepplift für 55.000 Mark vom Phönix-Kessel zum Wallberghaus. 1953 wurde neben der Berggastronomie noch ein Hotel errichtet. Das Gästebuch erzählt von prominenten Gästen aus der Film- und Musikszene sowie aus Sport und Politik, darunter Johannes Heesters, Willy Brandt, Franz-Josef Strauß oder Gina Lollobrigida.

Sepp und Marianne Reischel neben ihrer historischen Gondel der Wallbergbahn

Sepp Reischl war dabei, als die Bahn gebaut und die erste Generation Gondeln "eingehängt" wurden. Die Nr. 3 steht – gut behütet – bei ihm und seiner Frau Marianne im Garten.

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